Delay in Azerbaijan

 Wir waren die letzten eineinhalb Wochen in Aserbaidschan und genießen jetzt gerade das (wirklich) letzte Bier für lange Zeit, denn morgen geht es in den Iran!

 

So lange Zeit für Aserbaidschan hatten wir eigentlich nicht geplant, aber es gab Probleme mit dem Automatikgetriebe. Moby hat ab und zu „komisch“ geschalten. Nach langem Messen, Prüfen und Lesen des Fehlercodes ergab, dass der sog. „Throttle Position Sensor“ (Gasstellungssensor) defekt sein soll. Also in der Hauptstadt Baku direkt zum Toyota Händler. „Für dieses alte Modell haben wir nichts auf Lager“ hieß es. Lieferzeit: 2 Wochen!

 

Damit hatten wir nicht gerechnet und so lange wollten wir wirklich nicht warten. Also haben wir Toyota-Händler und Offroad Clubs in Iran und Aserbaidschan angeschrieben. Die Iraner haben sich alle fast überschlagen. Einer hat direkt begonnen das Teil in Teheran für uns ausfindig zu machen. Unsere Überlegung war, dass wir bis dorthin weiterfahren. Eigentlich wollten wir das Problem aber lieber heute als morgen gelöst haben.

 

Unverhofft wurden wir dann vom Offroad-Club Aserbaidschan in Baku eingeladen. Es gab Frühstück und uns wurden die neusten Offroad Exkursionen auf Video gezeigt. Wir merkten schnell, dass Offroaden hier ein absoluter Reichensport ist. Die neusten Allradler wurden durch Matsch und Schnee gedrescht – ohne Rücksicht auf Verluste.

Dann wurde Moby (etwas abschätzig) begutachtet und uns versprochen, dass sie nach dem Ersatzteil schauen. Nach ein paar Selfies und Probesitzen für uns im neuen Landcruiser 200 (Mobys Urenkel) verabschiedeten wir uns wieder aus der Welt der Reichen.

Matzes Internetrecherche am nächsten Tag ergab, dass es einen Online-Händler in Dubai gibt, der weltweit original Teile versendet. Super Preis, Lieferzeit maximal 7 Tage. Lieferadresse bekamen wir vom Offroad Club.

 

Montag bestellt, Freitag war es da! In 15 Minuten eingebaut. Funktioniert!

 

Die Warterei in Baku hatte auch einen sehr positiven, mit kleinen negativen Einschlägen durchsetzten, Effekt. Wir wurden täglich, im Schnitt 1,5 Mal eingeladen. Vorrangig zum hier allseits beliebten Tee, zum Mittagessen im Olivenhain, zu einem 3-Gänge Geburtstags-Abendessen im Restaurant von „Big Baba“, zu Bier am Strand und auch noch zu einer Sightseeing Tour in Baku… Zu viele Einladungen können aber auf Dauer echt anstrengend werden. Besonders wenn die Gastgeber kein Englisch reden und den Schlussstrich nicht finden. ;)

Aber wir wollen nicht klagen, wir haben viele Bekanntschaften gemacht und einiges in interkultureller, nonverbaler Konversation dazugelernt!

 

Jetzt sind wir also wieder voll MOBYL und morgen beginnt ein neuer Abschnitt: PERSIEN.

Orient, Wüste, Kamele, Esel… eine völlig andere Kultur. Wir sind sehr gespannt was uns erwartet.

Das Internet im Iran ist zensiert, wir versuchen euch aber auf dem laufenden zu halten