In der Mandarinen-Bucht (Teil 1)

Besondere Stories für besondere Tage... Passt vielleicht nicht ganz zu Weihnachten, war für uns aber bisher eines der eindrücklichsten Erlebnisse.

Mitten in der Nacht schreckte ich hoch, aufgewacht durch aggressive Stimmen und helle Lichter die mir ins Gesicht blitzten.

Was ist da los?
Die Müdigkeit war in Sekunden verflogen, ein kalter Schauer überlief mich als ich nach Draußen starrte.

Fünf Bewaffnete Männer hatten das Auto umstellt.
Sie sind doch zurückgekehrt!
Verdammt Mann, nicht uns….
Jetzt war auch Theresa wach geworden und gemeinsam schauten wir mit entsetzen in das Halbdunkel.

Was wollen die? Was sollen wir tun?
Ich rief mit lauter, fester Stimme „Hey!“. Sofort wurde ich von mehreren Lampen geblendet.
Einer der schwarz vermummten Männer kam langsam an mein Seitenfenster und es machte sich wirklich Panik in mir breit als uns nur noch wenige Zentimeter und das Glas trennte.
„Border Police of Albania“ bellte er mich an. Im gleichen Moment erblickte ich das Hoheitsabzeichen auf seinem Ärmel, den Doppelköpfigen Adler auf rotem Grund.
Es sind die Guten!?
„Passport!?“
In der immer noch anhaltenden Verwirrung dauerte es eine Zeit bis wir die Pässe gefunden hatten und ich, nur mit Unterhose bekleidet, von drei Mann umstellt in der kalten Nachtluft stand um unsere Papiere vorzuzeigen.
Bello schaute sie kurz an, wobei sich seine Miene deutlich aufhellte und fragte mich dann:
„Tourist?“
„Yes, Germany.“
„How long are you in Albania for?“
„Hm 10 days maybe.“
„Do you like Albania?"
Bis heute Morgen like-ten wir es much, dachte ich und antwortete pflichtbewusst Touristisch: „Yes very much“.
„Have you illegal Stuff in the Car…?" Wobei er mitten im Satz abwinkte und uns beim Weggehen nur noch eine „Good Night“ wünschte, was ich nur auf das herzlichste erwidern konnte.
Jetzt sah man auch das reflektierende POLICE auf dem Rücken der dunklen Kerle.

Nachdem dann noch ca. eine halbe Stunde die ganze Umgebung absucht wurde, verschwanden sie wie sie gekommen waren.

Was wir dann doch etwas bedauerten.
Warum sie hier gewesen waren, konnten wir uns denken.

Am nächsten Morgen schlichen aber wieder drei Polizisten umher und untersuchten.
Aber im Gegensatz zu den alten Leuten, die längeren Besuch bekamen, wollte von uns niemand mehr was.

So gaben wir dann ganz gern dieses „Paradies“ auf und fuhren weiter, aber nicht ohne vorher noch über die Bäume hergefallen und uns mit Säckeweise Mandarinen und Orangen für Wochen eingedeckt zu haben.
Was das alte Paar betrifft, haben wir keine Ahnung in wie fern sie in die Sache verwickelt waren.
Und wenn wir Albaner gewesen wären und man hätte uns zu den Vorfällen der letzten Nacht befragt, hätten wir garantiert nicht’s gewusst.

 

Ende Teil 1.

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Kommentare: 2
  • #1

    Doro und Frank (Sonntag, 25 Dezember 2016 20:47)

    Ihr Lieben,

    wir senden euch liebe Grüße aus dem Tal und sagen euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Ihr habt ja echt spannende Erlebnisse und wir schauen immer gerne mal vorbei und sehen euch zu, wir ihr die Welt erkundet.
    Tolle Sache, die ihr euch da vorgenommen habt!
    Vielen Dank für diese besondere Art des Reiseführers......
    Herzliche Grüße aus Münstertal von uns beiden zu euch beiden!!!

  • #2

    Petra + Tom (Mittwoch, 28 Dezember 2016 17:31)

    Hallo ihr Reisenden,
    das sind ja ganz schön aufregende Geschichten. Da kann man ja beim Lesen
    schon einen Herzinfarkt bekommen. Viel Spaß dann in der Türkei. Wir werden
    vielleicht nächstes Jahr die türkische Südküste besuchen aber seid Ihr ja schon längst weiter.
    Wir sind übrigens die "Segler", die Ihr an der Vikos-Schlucht getroffen habt.
    https://svesidu.wordpress.com/

    Alles Gute
    Petra+Tom