Viehmarkt auf Rumänisch

Rumänien, Kaparten

Unterwegs in den Kaparten kamen wir einmal zufällig an einem wie es schien Viehmarkt vorbei. Abgehalten wurde das Ganze auf einer großen Wiese, die im Hintergrund in einen Hügel überging und hinter dem Horizont verschwand. An diesem Hügel fuhren Kutschen und Fuhrwerke aller Art, Herden oder kleine Grüppchen von Schafen, Ziegen und Rindern wurden umhergetrieben. Es gab eine kleine Bühne auf der volkstümliche Tanzgruppen und Sänger/innen auftraten. In mehreren Pferchen wurde vom Wasserbüffelkalb bis zur Wollmilchsau alles feilgeboten.

Wir parkten und stürzten uns ins Getümmel, verfolgten mehrere in sehr farbenfrohen Trachten gekleidete Gruppen die ihre traditionell ausgelassenen Tänze aufführten.

 

Überall standen Männergruppen herum und tranken aus großen Wasserflaschen und Pappbechern. Viele Gebisse waren leer, aber die Becher immer voll.

 

Auf alten LKW-Felgen brodelten überall große Kessel und Töpfe.

Auf dem Weg zu den Kutschen wurden wir abgefangen.

„Woher kommt ihr?“ Germany. Ah schön, gefällt euch Rumänien? Ja sehr!

"Kommt mit, ihr habt sicher Hunger, wir haben eine Spezialität für euch." Und so setzte man uns und es wurden Brot, Fleisch und Käse aufgetischt. Im Hintergrund fesselte ein ganz in Schaffell gekleideter Mann, der aussah wie Yeti, unsere Blicke. Ein Schäfer. Jetzt kam noch der Mann mit dem Wasser und schenkte erst etwas von dem rosa Wasser ein und füllte die Becher dann noch vollends mit klarem Wasser auf. Unsere Nasen verrieten uns schon jetzt, dass in Rumänien besonderes Quellwasser  fließen muss.

 

Hätten wir‘s nicht besser gewusst wir hätten schwören können es war Bremsenreiniger. Und so wurde gegessen, geredet und immer fröhlich nachgeschenkt.

 

Umgehend wurden wir dem Bürgermeister vorgestellt, derer uns versicherte, dass die Rumänen gutes Essen, Schnaps und Frauen lieben. Matze fühlte sich sofort Heimisch und war nur noch schwer wieder loszubekommen. So ging es hin und her, uns wurde ein Haus zum Übernachten angeboten.

Und immer kräftig die Bremsen reinigen! Denn stehenlassen bringt Unglück.

 

Als wir begannen plötzlich zwei Yetis zu sehen und bevor das ganze ausarten konnte, gaben wir unseren Abschied, liefen noch einmal eine Runde über den  Markt mit hausgemachten Lebensmitteln, Nutztier-Accessoires und natürlich Feuerwasser.

 

Kauften noch ein paar Sachen und torkelten mit der Gewissheit zum Auto zurück, dass jeder dieser Männer hier an jedem Tresen dieser Welt als Endgegner angesehen werden muss.

 

Von der Polizei hatten wir übrigens nichts zu fürchten, die war dabei gewesen und parkte zwei Autos weiter. ;-)